Ausgelocht

Oktober 15, 2008

[Bärbel]

War ich froh, aus diesem elenden Loch herauszusein. Vor allem, weil weder ich-Emil noch der Freak Verständnis hatten für mich und meine Klaustrophobie. Und ich hatte gedacht, das wäre ein feines Plätzchen, also eines zum da drin sein, nicht eins zum essen. Und dann mußte ich ständig als Feuerzeug herhalten, als ob meine Rosette wegen des Dammrisses und des Abreißens des Kot-Bartes nicht schon genug gebrannt hätte. Und später dann, als ich wegen des undefinierbaren Drecks, den unser liebes Schweinchen zum Essen reinschubste, auch noch Sprühwurst bekam wurde ich erst recht angemeckert, weil das Feuerzeug nicht richtig funktionierte und außerdem der Freak dann ganz bekleckert war. Dabei machte das auch keinen Belag mehr aufs Butterbrot, er war ja wie wir alle sowieso gänzlich besudelt.

Naja, wir waren ja jetzt wieder frei. Aber wir hatten nichts, gar nichts zu essen, denn es gab kaum noch etwas. DOCH! Ich, hähähähä, ich hatte etwas. Ich hatte noch beim Flugzeug einige Erdnußpäckchen gefunden, aber den beiden anderen nichts davon gesagt, die waren ja immer so gemein zu mir. Wir waren ja eher nackt, und so schmuggelte ich meinen kleinen Vorrat für Notzeiten in meiner dichten Achselbehaarung. Von dieser Rasiererei htte ich noch nie viel gehalten, dies machte sich jetzt bezahlt.

Diese Erdnußpäckchen hatte ich heimlich in der Nähe der Höhle vergraben, und jetzt, wo ich wieder drußen war, kam ich wieder dran. Ich hatte HUNGER! Und in einem günstigen Augenblick grub ich sie aus und machte mich darüber her.

Da hörte ich einen Schrei: „ich-Emil!!!“– und schon wurde alles schwarz um mich.


…jedem das seine,…mir das meiste…

Oktober 12, 2008

(Bärbel)

Der Freak & ich-Emil machten mich verrückt, ewig diese Fremdbestimmung, ständig bekam ich eins übergebraten.

Was kann ich denn dafür, daß ich schwanger war? Bei mir ist das so…ich muß nur an Schwänze denken…., außerdem bin ich auch furchtbar fruchtbar. Vier Kindern schenkte ich in Nordkorea das Leben. Gerne denke ich an die Klinik „bella vista“, die Männer waren alle so gut zu mir.

Irgendwas führten die beiden auch im Schilde, ich hatte das Gefühl, das etwas schlimmes auf mich zukommen sollte!


Schweinchen in der Grube

November 30, 2007

[Bärbel]

Einmal jedoch fiel ein Schweinchen in die Grube, welches uns flehend anquiekte. Irgendwie konnten wir es verstehen, was es von sich gab. Wahrscheinlich, weil wir selbst schon völlig verwildert waren, besonders ich-Emil, der sich noch weniger als der Freak von einem mutierten Orang-Utan unterschied.

Es quiekte um sein Leben, es habe eine kleine Familie, um die es sich kümmern müsse.

Da kamen uns die Tränen, und wir ließen es laufen.

An jenem Abend gab es eben wieder Würmer Bolognese, aber die hatten wir auch schon länger nicht mehr gehabt.


Wer anderen eine Grube gräbt

November 29, 2007

[Bärbel]

Die Fallgrube funktionierte recht gut. Immer wieder fanden sich kleine Schweine darin. Diese mußten wir nur noch abmurksen und an das Fleisch kommen. Aber wie? Wir hatten ja kein Messer, gar nichts hatten wir!

Aber auch dafür gab es eine Lösung: Der Freak fesselte die Tiere, und ich-Emil, der von uns der stärkste und schwerste war, hüpfte darauf, bis es platzte, quasi wie ein Nußknacker.

Danach konnten wir mit den Fingern weiterpulen.


Grottig

November 21, 2007

[Bärbel]

Beim Herumstreifen hatte ich ganz in der Nähe des Flusses eine Art Grotte entdeckt. Eigentlich wollte ich das ja für mich behalten, aber da es jetzt immer häufiger regnete, zeigte sich der Hauptmangel der vom Freak gebauten Nester: sie hatten kein Dach. Und wir hatten keinen Regenschirm, gar nichts hatten wir!

Also schlug ich vor, in dieser Höhle die nächste Zeit zu verbringen, bis wir weiterziehen konnten. Da offenbarte sich der Hauptmangel der Grotte: Man konnte sie nicht mitnehmen.

So hat alles seine zwei Seiten.


Das Naturklo

November 10, 2007

[Bärbel]

Schlimm war auch, daß wir kein Klo hatten, nicht mal ein provisorisches. Nichts hatten wir. Klopapier auch nicht. Zuerst versuchte ich es mit Bäumen, daraus wird Papier schließlich gemacht. Da riß ich mir aber Splitter in die Haemorrhoiden und meinen empfindlichen Damm.

Manchmal, wenn der Freak etwas pelziges gefangen hatte, zum Beispiel eine Ratte, dann hatten wir wenigstens noch etwas Fell zum Abwischen. Darum stritten wir uns oft, weil wir zu wenig davon hatten. Meist konnte ich es an mich reißen und damit flüchten, weshalb ich-Emil mir dann meist eins überbriet. Gabs mal wieder nur glitschiges Getier oder Früchte, waren wir aufgeschmissen. Außerdem tat mir dann der Damm weh.


Heftige Winde

Oktober 19, 2007

[Bärbel]

Der Dammriß hatte trotz des beherzten Eingreifens meiner Freunde Spuren hinterlassen. Er tat schweineweh, und mein Schließmuskel ließ zu wünschen übrig. Wegen der ungewohnten Kost im Busch- Tierkadaver, Würmer, Spinnen und diverser undefinierbarer Dreck- litt ich unter heftiger Flatulenz, die so ungebremst ihr Recht einforderte. Meist kam es meinen Freunden sehr ungelegen, und sie brieten mir eins über, denn ein anderes Mittel hatten wir nicht. Wir hatten gar nichts! Nackt, verdreckt und furzend hausten wir im Dschungel. ich-Emil suchte eine Lösung.